Ich hab’s immer noch mit Einstein.
Albert Einstein zum Dritten. Denn alles ist relativ. Relativ subjektiv.
Die allgemeine und die Nobelpreis-prämierte spezielle Relativitätstheorie könnte man fast schon als alltags tauglich bezeichnen. Wären da nicht jene Formeln, deren Buchstaben mit Inhalt gefüllt werden müssen.
Während die allgemeine uns erklärt, wie viel Kohl auf historischen Waagschalen geworfen werden muss, um nachher einen energiereichen Knall zu erhalten, der von Oggersheim um den Globus läuft, so erklärt uns die spezielle Relativitätstheorie, dass bei steigender Geschwindigkeit die Zeit für das bewegte Objekt gedehnt wird, wovon dieses nichts bemerkt.
Das hört sich recht kompliziert an, lässt sich aber auf den einfachen Satz bringen:
Wer sich bewegt, lebt für andere länger.
Im Umkehrschluss sagt das aus: Derjenige, der sich bewegt, für den leben die anderen kürzer.
Wer also in einem Formel-1-Boliden seine Runden auf den Rennstrecken dieser Welt dreht, der lebt länger.
Messen, also in Zahlen ausdrücken, lässt sich dieser Vorteil nicht. Erst recht nicht mit einer Uhr. Dafür sind die Geschwindigkeiten noch nicht wirklich hoch.
Trotzdem erahnt jeder Autofahrer instinktiv, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen ihn nicht nur Nerven kosten sondern auch Lebenszeit. Denn nur der Slogan „Freie Fahrt für freie Bürger“ und der no-limit-Gedanke bieten Umweltgiften wie Feinstaub oder Benzol ernst zu nehmende Paroli. Das, was uns jene Gifte an Lebenszeit abknapsen, das will man mit Geschwindigkeit und der Einstein’schen Relativitätstheorie wieder heraus holen.
Als vor über 20 Jahren in Hessen wegen des damaligen Waldsterbens auf allen Hessen-Autobahnen Tempo-120 verfügt wurde, war das der falsche Weg.
Erstens bewirken höhere Geschwindigkeiten nach Einsteins Relativitätstheorie, dass das Sterben schneller vorbei gewesen wäre (logisch, ohne Wald kein Sterben).
Und zweitens: Wer den Wald schützen wollte, hätte dieses mit dem rechten Fuß auf dem Gaspedal bewerkstelligen können. Mehr Gas und man wäre schneller durch den Wald gewesen und hätte gar nicht mehr so viel Zeit gehabt, den Wald zu vergasen.
Stattdessen kam der Holger Börner der SPD und der Joschka Fischer der Grünen und verhängten Tempo-120 in Hessen. Und was haben wir jetzt davon? Eben. Übers Waldsterben kein Wort mehr.
Wie sagte Franz Josef Strauß in seiner unendlichen Weisheit? Der Wald habe nur eine gebremste Vitalität.
Zudem weiß jeder, dass Wald und Sträucher CO2 zu Sauerstoff abbauen. Als wirksames Gegenmittel hätte da nur verstärkter Autobahnbau geholfen. Denn bekanntlich ergibt jeder Kilometer Autobahn ein Kilometer Begleitgrün links, ein Kilometer Begleitgrün rechts und in der Mitte auch noch mal ein Kilometer Begleitgrün. Macht pro Autobahn-Kilometer drei Kilometer Begleitgrün. 100 Kilometer Autobahn ergibt folglich 300 Kilometer Begleitgrün. 300 Kilometer aktive CO2-Bekämpfung. Das nennt der “Freie Fahrt für freie Bürger” aktiven Umweltschutz.
Und dann kam da Rot-Grün in Hessen und hat unverständlicherweise lediglich Tempo-120 verhängt.
Damals.
Dass sich das inzwischen brutalst möglichst in Hessen geändert hat, weiß inzwischen jeder mündige Bürger. Denn für Hessens Politiker gilt inzwischen Tempo-30. Auf all deren Hirn-Synapsen. Zumindest kann ich mich diesem Gefühl in letzter Zeit nicht mehr erwehren. Sollte irgendwer dort mal auf der Überholspur mit ein wenig mehr Tempo erscheinen, dann kommt garantiert wieder ein Parteioberer aus Hessen oder aus einer Bundespartei und spielt Schiffschaukelbremser oder Dorfpolizist.
Je nach Parteibuch und eigenem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.
Vielleicht sollte man denen Albert Einsteins Relativitätstheorie näher bringen. Dann würden die sich beeilen, eine neue Regierungsmannschaft zusammen zu stellen. Denn erstens hält die dann länger (weil schneller zusammen gestellt) und zweitens hätten die Politiker dann wieder mehr Zeit mit Dienstreisen in Flugzeugen die Lufthoheit wieder in Deutschland zurück zu erobern und bräuchten nicht in den Niederungen und Problemen der Bevölkerung rum krebsen.
Und jetzt kommt das ultimative Argument: Wer fliegt, der lebt länger.
Wegen?
Eben.
Das hätten wir Einstein dann zu verdanken …