Notizen aus der Provinz

Montag, 31 Dezember, 2007

Es könnt’ alles so einfach sein, …

Gespeichert unter: Notizen an das Leben — Careca @ 2:51

… isses aber nicht …

Ich hatte ihr unbeabsichtigt gegen ihr Bein getreten.
Erzogen wie ich halt bin, murmelte ich ein “Entschuldigung”.
Aber sie ging gleich ins Detail.
Der Schaden, den ich ihr gerade zugefügt hätte
… häh? …
wäre nie so groß, den ihr gerade die TUI der BRD zugefügt hätte.
… häh? …
Ja klar, ich Unwissender wüsste doch gar nicht, wovon die Wissenden reden.
Ich Dummerle.
Da trete ich doch einer Wissenden an die Beine.
Mea Culpa. Dutzendfach mich selber ausgepeitscht.

Es könnt’ alles so einfach sein, isses aber nicht

Wer nicht fragt, bleibt dumm.
Warum mein dusseliger Tritt an ihr Schienenbein so billiger sei, als eine Reise mit der TUI?
Sie sah mich mit einem gnadenlos weisen Blick an.
Ich Dummerle, ich. Wie konnte ich Depp nur fragen …

Sie wär jetzt gern per “last minute” nach Dubai geflogen.
Wieso?
Na ja, solche dämlichen Fragen kann nur ich Billiglohnverdiener fragen.
Weil dort das Geld verdient wird, was jeder gern hätte.
Stimmt. Ich nicke innerlich und rechne mein 10-Euro-Ticket vom FJS-Flughafen zum Straußoleum der Münchener Innenstadt dagegen.

Einmal München Innenstadt sehen und sterben.
Gibt es höhere Weihen?

Wahrlich, ich bin ein elender kleinkarierter Kleinknauser gegenüber denen, die rechtschaffen ordentlich in Dubai verdienen. Öl regiert die Welt. Allerdings hat das nichts mit Speiseöl zu tun …

Hey, Mann, ich bin halt ein elend niedriger Pfennigfuchser in Zeiten des Oberregenten Euro und dessen Untereinheit Cent. Was die Bremer Stadtmusikanten anderen in die hohle Hand geschissen haben, dass krieg ich auch noch Cent-weise für die Abwassergebühren hin .
Konvertiert über den Pfennig. Gott sei meiner niedren Seele gnädig …

Soso, ich hatte an ihr Bein gestoßen und sie sah huldfvoll darüber hinweg.
Ich fragte nach, was das besonder an Dubai sei und der TUI sei.
Sie meinte, es seien die Verdienstmöglichkeiten der Stadt München an Dubai.
Ich fragte, ob sie plante Urlaub zu machen, oder Geschäfte einzufädeln.
Sie bezog sich auf das letztere, da München doch dessen Prosperität in Auge zu behalten hätte.
Wie?
Jawohl, sie war der festen Überzeugung, dass die TUI ihr einen Urlaub versaut hätte, der ihren Einfluss auf dem wirtschaftlichen Wachstum der Region München vermiest hätte.
Ihr gegenüber fühlte ich mich klein und unbedeutend.
Ich fragte sie, warum sie dann nicht einen komfortablen Urlaub in den Wellness-Centern der gut Situierten Deutschland machen würde? Warum nicht in den allzeit bereiten Luxus-Touristen-Villen in Südafrika, Nord-Brasiliens oder Thailands?
Ihre Antwort war klar. Sie würde doch nie Geld in Ländern, die nicht mithalten könnten. Die eh schon in Armut darben würden.
Ich erzählte ihr mal kurz von Gegenden Brasiliens, in denen man als mittelreicher Europäer in gnadenlosen Luxus schwelgen könne.
Sie wies meine Phantasie zurück. Sie würde nie armen Ländern helfen. Unser einziger Fokus solle Länder sein, die den Reichtum der Zukunft haben würden. Das wären arabische Länder der Zukunft.
Also sinnierte ich, dass zu den reichen Ländern der Zukunft auch Israel gehören würden und würde sie in einem Kibuz …
Warum kam da dieser vernichtender Blick?

Äh, die Frau saß mir weiterhin gegenüber und redete zuviel. Sie will nur das Wohl Deutschlands, aber TUI wäre nicht fähig ihr einen “last minute” Flug nach Dubai zu besorgen.
Und Geld nach Deutschland bringen.
Hm. Urlaub oder Wirtschaftsflug.
Ich sass in der S-Bahn und dacht nur :

Das sind Dinge von denen ich gar nichts wissen will,
lass mich doch in Ruh’ und texte mich nicht zu
das sind Dinge von denen ich keine Ahnung haben will,
behalt den Kram für dich; es interessiert mich nicht!

Aber sie redete weiter.
Dass allein die GDL schuldig an den Bahnstreiks seien (… ja, was denn sonst?!? ..). Das hätte sich schon bei Sabine Christiansen eindeutig gezeigt Und Mehdorn verdiene was er verdiene.
Aha, Reichstumdebatte, der sozial benachteiligten wie jene Frau mir gegenüber …
Und dass die Gewerkschaften allein an den Brasilien-Skandal der VW Wolfsburg Schuld seien.
Ob sie schon mal mit VW-Angehörigen deswegen gesprochen hätte, fragte ich Dummerle? Und wie die darüber denken würde?
Nein, das interessiere sie nicht. Die Betriebsräte wären die einzig Schuldigen. Und die Werker hätten diese gewählt.
Ich erzählte ihr, dass die Werker deswegen jedem ins Gesicht springen würden, wenn sowas erwähnt würde.
Das wäre nicht ihr Problem, meinte sie arrogant, weil die Betriebsräte doch von den Werkern bestimmt worden wären.
Ich erzählte ihr was von Betriebsräten, die mit den Firmen kungelten und nichts mit Werkern gemein hätten. Von Firmen, die die Betriebsräte festlegten. Ihre Reaktion war, das dies alleinige Schuld der Werker sei, dass diese nicht den Betriebsräten die hoheitliche Verantwortung an sich eines Betriebsrates nehmen würde.

Und Dubai. Sie wolle doch nur dafür sorgen, dass deutsche Firmen Gewinn machen können. Und die TUI hätte ihre zukünftigen Geschäfte vermasselt, weil sie keinen Flug für sie gefunden hätte.
Ich sass ihr gegenüber und dachte an meinen unbeabsichtigten Tritt gegen ihr Schienenbein und meine Entschuldigung.
Aber die hatte sie unausgesprochen sicherlich nicht akzeptiert. Solche Menschen wie jene Frau sind halt momentan überall.
Na ja.

Es könnt’ alles so einfach sein,
isses aber nicht.

Das sind Dinge von denen ich gar nichts wissen will,
lass mich doch in Ruh’ und texte mich nicht zu
Das sind Dinge von denen ich keine Ahnung haben will,
behalt den Kram für dich; es interessiert mich einfach nicht!

Move it, move it

Gespeichert unter: Notizen an das Leben, Sex me up — Careca @ 0:49

Beweg dich
Beweg mich
Lass mich nicht hängen
Lass mich nicht stehen
Beweg mich
Lass uns mich bewegen
Ich will dich
Dich will dich
Willst du mich
Will ich dich
Wollen wir uns
Lass uns bewegen
Let`s move together
Lass es uns tun
Tun wir es
Lassen wir es uns tun
Vorhang runter
Begierde freier Lauf
Hinterm Vorhang
Hemmungslos
Beweg dich
Beweg mich
Lass mich nicht hängen
Lass dich nicht kalt

Let`s do it ….

Samstag, 29 Dezember, 2007

Mit nichts außer einer Zigarette

Gespeichert unter: Notizen an das Leben — Careca @ 23:28

Mit nichts ausser einer Zigarette im Gras
Mit nichts bekleidet außer einer Zigarette im sonnenumfluteten Gras des Englischen Gartens? Eine Foto so leicht und unbeschwert wie ein nicht enden-wollender Sommer.

Erotisierend wie Lauren Bacall, als sie von Humphrey Bogart im Film “Haben oder Nicht haben” ihre Zigarette anzünden ließ. Lauren Bacall war die laszive Ikone der “Film Noir”-Serie. Sie rauchte ihre Zigaretten so provokant, dass Männer dieses fasziniert begeistert als “schön obzön” bezeichneten.

Nicht viele Frauen beherrschen diese Art des Rauchens inzwischen auch perfekt, was selbst Humphrey Bogart den Männern schon beim Rauchen vorgemacht hat.
Eine Zigarette als Accessoire zum ambivalenten narzistischen Selbstzweck einsetzen.
Allerdings können das auch nicht viele Männer. Meistzeit verkommt das zu einer billigen Kopie von Mickey Rourke im flirrend heißen Film “Angel Heart”.

Am 1. Januar wird in Bayern das härteste Rauchverbot Deutschlands eingeführt. Damit haben wir uns hier abzufinden. Zum Wohle all derjenigen, die nicht rauchen oder mitrauchen wollen. Das ist praktizierte Demokratie den Nicht-Rauchern gegenüber. Um deren körperliche Unversehrtheit in allen öffentlichen Räumen zu garantieren. Und das werden die Demokraten den Nicht-Rauchern gegenüber gerne machen.

Nur hat diese Art der Demokratie nichts mehr mit Erotik a la Lauren Bacall zu tun. Die Frage “Hast du mal Feuer?” war zwar immer schon als schlechter Anmachspruch verschriene. Er war aber der effektivste - wenn nicht gar der erotischste - Einstieg in ein Gespräch mit dem fatalen Objekt der eigenen Begierde. Egal ob Mann oder Frau.

Kennt wer die Situation in einer Kneipe zu sitzen und dann plötzlich das Profil einer verdammt interessanten Frau mit Zigarette zu sehen?

Déjà vu:

Schoener rauchen

Solche Impressionen werden der Vergangenheit angehören. Das ist bald vorbei. Die Zigarette wird zur Privatsache werden. Und zwar sowohl privaterweise als auch in privater Weise.
Rauchen wird geächtet werden. Selbst die Zigarette danach in Swinger-Clubs wird nur noch als open-air-Zigarette zulässig sein.

“Raucher” wird zum ultimativen Schimpfwort werden. Man wird feststellen, dass Amokläufer vor ihren Amok-Ritt zur Beruhigung noch eine Zigarette rauchen, damit sie beim Schießen deren Waffe nicht dauern verreißen. Man wird eine direkte Verbindung zwischen Tabakgebrauch und Amokläufen ziehen.
Und mit welchem Recht? Mit vollem Recht! Denn Rauchen bleibt ungesund.

Und schon heute schau ich wehmütig auf das Plakat des Zeitungskasten:
“Nie wieder Lauren Bacalls in meiner Stammkneipe.”

Tja, das wird es wohl gewesen sein.
Zum Wohle der Nicht-Raucher.
Demnächst.
Demnächst sind diese Gedanken eh Vergangenheit …

Aber zumindest bleibt einem eines:
das Erlebnis, mit nichts außer einer Zigarette bekleidet in der Sonne 2008 ruhen zu könne. Im Englischen Garten. Am Eisbach.

Auf der richtigen Seite des Eisbachs mit nichts außer einer Zigarette …

Quelle des ersten Fotos:
Das obige Foto erschien aufgrund einer Peter Lindbergh-Fotoausstellung 1998 in der “Süddeutschen Zeitung” im Jahr 1998.

Quelle des zweiten Fotos:
Zeitungskasten in München heute

Freitag, 28 Dezember, 2007

Es wird viel passieren … im “Marienhof” …. you made my day … (Teil 1)

Gespeichert unter: Notizen an das Leben, Pluster me up — Careca @ 2:44

Eigentlich wollte er immer schon seine Stars vom “Marienhof” persönlich kennen lernen. Ja, diese Seifenoper aus dem ARD hatte es ihm voll angetan. Die Geschichten, die dort erzählt werden, waren und sind profan und noch viel profaner als seine Phantasie.
Warum schaute er sich eigentlich immer dieses Kaugummi fürs Großhirn an?
Wegen den vielen Kölschstangen die “Frank Töppers” sich so wegsteckte?
Oder wegen den unerfüllten eigenen Schulwünschen mit der damaligen Biolehrerin?
Wegen den vielen Zwischenblenden während der eigentlichen Handlung auf die Kölner City?
Er wusste es nicht. Ihm war es eigentlich völlig egal. Zuschauen ist schön, nachdenken überflüssig und hinderlich. Wer bei einer Soap denkt hat verloren.
Sagt der Volksmund.
Einfach so.
Oder etwa nicht?!?
So einfach.

Ein wenig sah er in der Soap “Marienhof” sein Leben oder auch seine Wünsche an sein Leben.
Da war jene Lehrerin. So lasziv. Sie schwärmte für “Matthias” und scharwenzelte um ihn herum, wie eine Motte um das Licht. Aber bekommen hatte sie den Mann nicht. Jenen Mann, dessen Frau neulich so starb, wie der schwule Türke es verkraften konnte. Und der schwule Türke wurde einfach mal von einer Oberstufenschülerin geehelicht, damit er in Deutschland bleiben konnte. Und letztens ehelichte er eine Lehrerin und hatte dadurch auch keinen Höhepunkt. Sondern nur Streß. Und sein soap-kompatibles Coming-out.

Verfolgt hatte unser TV-Glotzer die Serie.
Gnadenlos verfolgt.
Tag für Tag.
Bis zur Vergasung seiner letzten intelligenten Synapsen.
Einfach so.
Weiss eigentlich wer, dass es auf dieser Welt mehr Synapsen als intelligente Lebewesen gibt?
So einfach.

Und da war jene Frau, deren Bluse immer zu knapp war und jene am letzten Knopf hing. Allen Zuschauern fiel es auf. Und alle schauten hin. Sabernd hingeschaut.
Puberty Blues …
Gesprengt hatte die Bluse den Knopf nie. Nicht jeder nutzt für seine voluminöse Brust ein Hemd mit der Größe “S”. Aber man vermutete, dass der Knopf im passenden Augenblick das Objektiv des Kameramanns zerstören könnte. Den Produzenten fiel es irgendwann auch mal auf. Sie haben dann eine Kosten-Nutzen-Rechnung durchgeführt.
Hatte sie vom Marienhof genug? Oder nur deren Gehaltsforderungen zu hoch gedreht …

Jene Frau wanderte aus dem “Marienhof” aus. Gebeutelt vom Schicksal eines langen Todes ihres Mannes und vom Erfolg ihres Reisebüros verließ sie die Serie.
Dabei ist doch deren Mutter - verbandelt mit einem Oberlehrer - ein Urgestein der Serie.

Aber das ist eigentlich im Grunde völlig egal.

Ob sich unser TV-Glotzer ab 18:20 das Gehirn mit Seifenoperngeschichten rausdröhnen ließ oder ob er in jener Zeit ein Buch lesen würde, das war ihm egal.
Einfach so.
Für ihn war es genau die Zeit, sein Gehirn auf Durchzug zu stellen.
So einfach.

Nur einmal war er irritiert, als er an der Münchener U-Bahn-Station “Sendlinger Tor” einer Schauspielerin über dem Weg lief. Sie lächelte ihn an und er war total perplex. Da hatte eine Frau die absichernde Distanz zwischen Flimmerkiste und seiner eigenen Nasenspitze einfach so überwunden und ihn - den Unbekannten, der Nullnummer des Lebens - mit einem “Hallo” gegrüßt.
Einfach so.
So einfach.

Später erfuhr er, dass “Marienhof” keine Fernsehproduktion vom WDR und entsprechend von Köln-Bocklemünd sei, sondern eine Produktion aus den BAVARIA Filmstudios aus München.

Er hielt seine Augen offen, aber nie wieder sah er jemanden vom “Marienhof”.
Ein Fan erzählte ihm, dass er in einem Nachtkaffee den “Matthias” begegnet sei und er sie zu einer Rolle eingeladen hatte. Aber sie hatte die Rolle nie angenommen und unser TV-Glotzer sie nie in der Serie gesehen. Also nahm er an, dass sie ihm wohl nur ein McGuffin aufgebunden hatte.

So lebte er also glücklich mit seiner Fernsehsendung und bewunderte insgeheim manche Schauspieler. Insbesondere den “Töppers”, den kölschen Jungen, der mit seiner kölschen Mundart und Weisheit ein wenig Tiefgang an den dürren Ufern des “Marienhof”-Rheinufers brachte.

Irgendwann hatte “Töppers” einen “Charly Kolbe” eingestellt. Jener “Charlie Kolbe” hatte danach eine Beziehung zu einer Brasilianerin, die ihn dann gen Brasilien verließ. “Paula Poppel” hieß das Mädel aus der “Marienhof-Familie “Poppel”. Sie ging irgendwann gen Brasilien. Unzuverlässige Quellen berichteten, dass die Produktionsgesellschaft der Darstellerin kündigte, weil sie Gehälter auf Basis Brasiliens Seifenopern verlangte …
Einfach so.
Wer kann schon in der Ersten Welt hier das zahlen, was in Schwellenländern und Dritt Welt-Ländern bezahlt wird, wenn es um die Unterhaltung der Masse geht ….
So einfach.

Danach tauchte im “Marienhof”-Internet-Forum jemand auf, der sich nach dem Abschied jener “Paula Poppel” einfach “Kommando Poppel” nannte. Das war intelligent und provokativ. Für unseren vernetzten TV-Glotzer war jener Mensch der Held vom “Marienhof”-Internet-Forum, weil er sich genau so benahm, wie der Rächer der Entrechteten einer sehr guten Rolle …

Später, viel später, für den Zuschauer zur Zeit der WM 2006 kam jene “Paula Poppel” zurück. Er traf sie bei dem WM-Spiel von Brasilien gegen Japan in jener brasilianischen Down-Level-Kneipe in München. Er war perplex und unfähig zu reagieren. Wieder sah er eine Schauspielerin weniger als einen Meter vor sich. Und diesmal lebte die Schauspielerin vor ihm. Sie sprach in ihrer brasilianischen Heimatsprache und er verstand alles und dass sie einfach nur normal war.
Lediglich war unser TV-Glotzer alles andere als ein Schauspieler.
Einfach so.
Er war paralysiert … .
So einfach.

Zurück zu jenem anderen:
Der “Charlie Kobe” aus der Serie “Marienhof” war für ihn nur eine “Immi”-Figur aus Köln. “Charlie” sprach weder kölsch noch war er typisch kölsch. “Charlie” war einfach nur ein Ruhrgebietsjunge mit kölschem Imi-Faktor.
Interessant, arrogant und unbedeutend.

Bis unseren TV-Glotzer jene Frau ansprach. Jene Frau, welche mit dem damaligen Marienhof-Schuldirektor “Matthias” geplaudert hatte. Sie sprach in an, weil unser TV-Glotzer eine Internet- und Telefon-Flat-Line als Vertrag hatte. Der Frau ihre Tochter war in Brasilien und deren Rückflugticket hatte die Tochter fahrlässig verstreichen lassen. Und der Freund jener Tochter hieß Sven.

Nun jene Frau, sie hatte unseren TV-Glotzer angerufen, als er gerade wieder eine Erfrischungswaffel zwischen seine Finger verlaufen ließ. Sie hatte ihn gefragt, ob sie vorbei kommen könne, um telefonisch einiges wegen ihrer Tochter zu klären.

Unser TV-Glotzer war zwar hundemüde und musste am nächsten Tage in der berühmt berüchtigten Herr-Gotts-Früh arbeiten, aber er sagte trotzdem JA, obwohl die Uhr schon 1:00 nachts anzeigte. Und die Frau tauchte auf.
Einfach so.
Und im Schlepptau war jener “Charlie”.
So einfach.

“Charlie Kolbe”.
Verdammt.
Was war vier Flaschen Rotwein zuvor? Oder waren es nur vier Gläser?
Ein Teil “Marienhof” stand vor ihm.
Verdammt.

Was geht ab? Was geht’n Alter? Türlich, türlich.Bass, Bass wir brauchen Bass. Sicher Dicker. Türlich türlich - seid ihr da?

“Charlie Kolbe” himself.
Höchstselbst.
Und wie immer verschlug es ihm die Sprache. Einstweilen. Seine Sprache war halt gefragt. Fürs Telefongespräch zu seinen Beziehungen zur deutschen Botschaft in Rio de Janeiro.
Sicher Dicker.

Und während einer Gesprächspause stöberte “Charlie” in seinem CD-Fundus.
Was geht’n Alter?

Und irgendwann hielt er eine CD in der Hand. Eine CD, die unser TV-Glotzer aufgrund seinem Faible für Erfrischungswaffeln nie wieder mochte.
Ob er sie haben dürfte, wollte “Charlie Kolbe” wissen.
Und “Sicher Dicker” war überrascht. Jene CD gab es doch für knapp 10 Schleifen in jedem Handel, oder für einen Euro bei Ebay. “Sicher Dicker” benötigte sie nicht mehr zu seinem Glück und verschenken bedeutete Platz für eine andere wichtigere CD. Also sagte “Sicher Dicker” einfach “JA”. Wieso auch nicht. Weg ist weg. Einfach so. Und niemand wird sich drum beklagen. So einfach.

Und was sagt “Charlie Kolbe” dazu?

“Danke. You made my day.”

Was war das denn? You made my day? Du hast meinen Tag gemacht?
Der Satz stammt aus dem Film jenes individuellen Steppenwolfs, der in den Schluchten New Yorks mit seiner .44 Magnum für Selbstjustiz sorgte.
Clint Eastwood in dem Film “Dirty Harry”.
Der Wortkarge, der schon für eine Handvoll Dollar in anderen Filmen schon andere weggeballert hatte.

You made my day.

“Charlie Kolbe” schaute auf seine gerade geschenkt erhaltene CD, wie als ob gerade Weihnachten vorbeimarschiert wäre.

You made my day.

Sicher, Dicker, is ´n Party-Track, leg den hier auf, iss deine Party-Weck. Kommt frisch wie für Penner Deo oder frisch wie ‘n Babypups. Das geht raus an alle Crews. Meinem DJ müsst ihr danken, der hat den Scheiß aufgelegt.

Unser TV-Glotzer mit seinem niveaulosen Faible fürs Kaugummi fürs Großhirn schaute sich den “Charlie” genauer an, während er über den Teich telefonierte.
Ein Mittdreissiger, dessen Körper kein Gramm zu viel hatte. Dessen Sportstudio-Erfahrung aus jeder Faser seines Netzhemdes sprach, war trotz seiner kleinen Größe eine Sexy-Persönlichkeit.
Verdammt.
Unser TV-Glotzer wusste schon sehr genau, warum er so gerne weite Pullover trug. Weite Kleidung verbarg das, was ihn von jenem “Charlie Kolbe” mit dessen markant energischen Kinn unterschied.

You made my day.

“Charlie Kolbe” verließ unseren hirnlosen “Marienhof”-Fan von ausgelaufenem Erfrischungswaffeln. Er hatte Erfolg. Er stieg in seinen Golf-Cabrio von SIXT, den er über das ARD angemietet hatte und fuhr zu seiner Penthouse-Wohnung zurück.

Nur unser bester Freund, unser TV-Glotzer, schaute träumend dem Cabrio hinterher. Vor der Flimmerkiste hoffte er seiner Begegnung auf dem Farb-TV wieder zu sehen.

Es wird noch viel passieren in der Woche ab 18:20 Uhr …

Und insbesondere dazwischen.
Es gibt viel zu erzählen zwischen Salzgebäck und Bier, zwischen Erfrischungswaffeln und Drehbuchschreibern und deren Schauspielern,
S v e n T h i e m e r m a n n alias “Charlie Kolbe” und eine Beziehung, die das Leben jenes Erfrischungswaffeln-lutschenden TV-Glotzers ordentlich in Unordnung gebracht hat, in einer Geschichte, in der er allerdings nicht die Hauptrolle spielt, aber in der er als etablierter Soap-Darsteller dazu das Drehbuch öffentlich-rechtlich mitschrieb … .

You made my day.
Einfach so.
You put your fingers in his life, He’s doing the same, Mister.
So einfach.

Ein Leben als Vorlage für eine Soap. 1:1 abgefilmt …

Muss jener TV-Glotzer mir eigentliche alles erzählen?
Einfach so?

Schaun mer mal, wann “Teil 2″ kommt …
So einfach, “Charlie” …

Montag, 24 Dezember, 2007

Ganz normal Kaffee trinken an der gelben Linie

Gespeichert unter: Notizen an das Leben — Careca @ 13:03

Münchener Flughafen.
Terminal 2.
Ich warte auf den Ankunft des Fliegers aus São Paulo.

Für Ankünfte ist der Münchener Flughafen verdammt einfach, wenn der Flieger am Terminal 2 andocken darf. “Verdammt einfach” bezieht sich allerdings nur auf diejenigen, die irgendwen vom Terminal 2 abholen. Die Angekommenen sehen dagegen in der Regel abgekämpfter aus. Denn weite Wege für Passagiere sind dort am “Franz-Josef-Strauß”-Flughafen die Realität.

Die Herausforderung, Ausgänge aus dem Sicherheitsbereich eines Flughafens zu konstruieren, hat sicherlich schon Dutzende Diplomarbeiten und Doktorarbeiten hervor gebracht. Denn es geht ja nicht nur darum, das ankommende Passagieraufkommen aus dem Sicherheitsbereich heraus zu leiten, sondern auch die Abholer vor der Sicherheitsschleuse auf gebührenden Abstand zu halten.
In München am Terminal 2 erfüllt eine gelbe Linie diesen Zweck. Auf dem Boden gemalt wagt es kein Besucher diese entscheidend zu überschreiten. Und das, obwohl kein expliziter Hinweis oder auffälliges Verbotsschild auf die Funktion der gelben Linie verweist.

Die Besucher halten sich einfach an die Magie der gelben Linie und übertreten Sie kaum.
Die totale Disziplin.

Am Ende der gelben Demarkationslinie gibt es einen Kaffee-Stand.
Irgend so einen amerikanischen. StarBuzz oder so ähnlich.

“Einen Milchkaffee, bitte.”

Die Frau hinter dem Tresen nickte und antwortete mit drei Worten, die ich allesamt nicht verstand. Bayrisch?

“Wie bitte?”

Die Frau wiederholte die Worte. Ihre Handflächen beschrieben dabei unterschiedlich Abstände. Ich verstand. Die Bechergröße meinte sie.

“Mittel.”
“Den Cafe Latte mit mehr Kaffeegeschmack?”

Wie? Den Milchkaffee mit mehr Kaffeegeschmack? Ähem, schmeckt die Basisversion nicht nach Kaffee?

“Äh, wie mit ‘mehr Kaffeegeschmack’? Ich dachte Milchkaffee hat schon Kaffeegeschmack.”
“Mit mehr Kaffeegeschmack kostet es 50 Cent mehr.”
“Nein, einen ganz normalen Milchkaffee.”
“Wie ist ihr Name?”
“Wieso meinen Namen?”
“Den schreib ich Ihnen auf den Becher.”

Pappbechergravur?!?

“Nein, danke ich brauch keinen Namen auf meinem Becher.”
“Aber ich muss ihn hier drauf schreiben.”
“Sagen Sie mal, ich will doch nur einen ganz stinknormalen Milchkaffee? Ist das denn so kompliziert? Einfach nur Milchkaffee. Ganz normal Milchkaffee, bitte. Ohne Schnickschnack.”

Die Frau lächelt mich freundlich mit einer Engelsgeduld an.

“Ja, einmal ist bei uns immer das erste Mal. Sagen Sie mir jetzt Ihren Namen?”
“Wieso?”
“Ich muss Ihren Namen auf den Becher schreiben, damit wir Sie ausrufen können, wenn er fertig ist.”
“Okay, wenn es sein muss. Schreiben Sie dann ‘Kaffeeschlürfer’ drauf.”

Die Frau lächelt, schreibt und reicht den beschrifteten Becher weiter.

“Macht drei vierzig.”

Ich zahle, trete nach rechts ab und harre auf meinen Milchkaffee.

“Capuccino für Nina.”

Die Frau an der Kaffeemaschine reicht rechts außen einen Kaffee raus. Eine Frau taucht auf und nimmt sich den Becher.
Hm. Nina hatte ich mir immer anders vorgestellt.

“Espresso für Samir.”

Samir kommt und nimmt seinen Espresso in Empfang.
Hm. Auch Samir hatte ich mir … egal …

Ich warte.
Und irgendwie hat die Frau an der Kaffeemaschine nichts mehr zu tun.

“Ähem, ich krieg noch nen Milchkaffee.”
“Hatten Sie bestellt?”

Ich nicke.

“Gabi, hat er bezahlt?”

Aha. Die Frau von der Kasse heißt also Gabi.
Naja, so hatte ich mir die Gabis der Welt schon immer vorgestellt.
Gabi zuckt erschrocken zusammen. Nein, sie kann keine Gedanken lesen …

“Hab ich dir nicht den Becher … ?”

Sie schaut suchend umher, ihr Blick fällt auf den Boden, sie stockt.

“Oh, da liegt er.”

Sie schaut mich peinlich berührt an.

“Moment. Sie kriegen einen neuen Becher. Tschuldigung, mein Fehler. Sie kriegen jetzt die große Portion.”

Sie ergreift einen Megabecher, zieht mit dem schwarzen Schreiber einen Strich auf der Außenseite (sollte wohl “Kaffeeschlürfer” heißen) und reicht ihn weiter.
Kurz darauf halte ich einen riesigen Becher mit Milchkaffee in der Hand.
Nach dem ersten Schluck verstehe ich die Frage mit dem Kaffeegeschmack. Es schmeckt mehr nach übercremter H-Milch als nach Kaffee. Schade eigentlich um die drei vierzig.
Letztendlich stehe ich an der gelben Demarkationslinie.
Diszipliniert wartend.
Zusammen mit Karl, Rita, Rainer, Heiner, Evi, Susi und Samir.
Kaffeebecherhaltend.
Nein, kein “Coffee to go”. Vielmehr ein pseudo-spontanes “Stehkaffee-Kaffeekränzchen”.

Übrigens. Karl, Rita, Rainer, Heiner, Evi, Susi und Samir haben sich mir nicht vorgestellt.
Aber ein StarBuzz-Kaffeebecher-Studium bei anderen Leuten hilft beim heiteren Vornamen-Raten ungemein.

Mittwoch, 19 Dezember, 2007

die ultimative kinofilm montage

Gespeichert unter: Notizen an das Leben, Pluster me up — Careca @ 2:21

Wie geil ist das denn?!?
Gerade gefunden und ich staune noch immer.
http://www.orschlurch.de/video/die-ultimative-kinofilm-montage.html
Überm Daumen gepeilt habe ich von diesem Zusammenschnitt unterschiedlichster Kinofilme vier von fünf Filmen selber im Kino gesehen …
Einfach genial, dieser mit Musik unterlegter Zusammenschnitt von Filmen.
Anschauen und in Erinnerungen schwelgen!
Gott, ist das geil!
Empfehlenswert!

Dienstag, 18 Dezember, 2007

Ich habe Musik geträumt …

Gespeichert unter: Bildgeschichten — Careca @ 4:11

Eine Szene aus Milos Formas Film “Amadeus”: Mozart liegt vornüber auf dem Billardtisch gebeugt, schiebt mit rechts eine Billardkugel über den Filz und notiert gedankenverloren die Noten zu der Musik, die er gerade hört. Ein Klopfen an der Tür reißt ihn aus dem traumhaften musischen Zustand.

Eine Szene aus dem Film “Bladerunner” von Ridley Scott.
Deckard erwacht. Rachel spielt offenbar ein paar Noten auf dessen Klavier in seiner Wohnung. Erstaunt müht sich Deckard unter Schmerzen von seiner Liege und geht zum Klavier, schaut aufs Notenblatt und meint erstaunt: “Ich habe Musik geträumt.”

Eine Zugfahrt kann langweilig sein. Die Landschaft zieht monoton an einem vor dem Fenster vorüber. Der Blick fällt auf Gleise, Gebäude und Güterwagen. Vor Jahren hatte noch das eintönige Rumpeln der Schwellen seine Begleitmusik für die IC- und EC-Züge gestellt. Jetzt ist es nur ein Rauschen.
Zwangsläufig langweilig?
Die “Chemical Brothers” hatten im Jahre 2001 ein verblüffendes Musikvideo erschaffen. “Star Guitar” heißt deren elektronisches Stück und geht zusammen mit dem Video eine kongeniale Partnerschaft ein. Rhythmus und Bilderflut ergeben eine Gemeinschaft, die sich gewaschen hat.
Einfach zuschauen und zuhören.
Alt, aber ein meisterhafter Musikclip.
Musikträumen …
http://www.youtube.com/v/qUEs1BwVXGA

Montag, 17 Dezember, 2007

Radioaufnahmen per Computer leichtgemacht

Gespeichert unter: Blogroll, Pluster me up — Careca @ 15:29

Für Interessierte von Musikaufnahmen mit dem Computer:

Es gibt viele Möglichkeiten Radiosendungen aufzunehmen. Mit einem Kassettenrekorder direkt vor den heimischen wummernden Boxen, mit einem Kabel vom Tuner aufs Tapedeck oder gar zu seinem PC über den Audio IN-Stecker.
Naja, da eine Reihe von Radiosender inzwischen ihr Programm übers Internet auch online geschaltet haben, gibt es eine einfachere Sache. Man schneidet sich den den Stream auf den PC mit.

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder man greift sich mit einem Sonderprogramm die Soundausgabe der Grafikkarte ab, wandelt und schneidet das Ganze als MP3 um oder …

Vormals hatte ich für das problemlose Mitschneiden von Radiosendungen im Internet onlineTV verwendet.
Heute bin ich auf ein Programm gestoßen und das hat mich doch schon recht stark begeistert. Das Programm heisst “ClipInc.vier!”.

“ClipInc.vier!” ist recht unkompliziert aufgebaut und nimmt all das auf, was von einem selbst gewählten Radiostream aus dem Internet ausgegeben wird.
Wobei, das stimmt nicht mit dem “einem”. Es kann von bis zu drei Radiosender gleichzeitig aufgenommen werden. Es ist ohne Probleme über die integrierte Timeshift-Funktion möglich, auf den drei Sendern hin- und herzuspringen und dann mittels der Timeshift-Funktion das bereits gesendete Programm stichprobenartig quer zu checken. Die aufgenommene Musik-/Programmstücke werden abhängig vom Radiosender bereits vom Programm so vorbereitet, so dass diese nur mit einem Mausklick abgespeichert werden können.
Desweiteren werden noch Infos zu Titel, Alben, Künstler und deren Historie, Songtexte und Coverbilder angeboten, die ebenfalls einen Mausklick entfernt aufrufbar sind. “ClipInc.vier!” nennt dieses System “Mashup” und es funktioniert recht gut und brauchbar. Viele Radio-Sender liefert das Programm bereits in einer Liste mit.

Das Programm ist freeware und übersteigt meiner Meinung locker den funktionalen Umfang von onlineTV. Insbesondere das Aufnehmen von drei Radiosendern gleichzeitig finde ich schon beeindruckend.
Ach ja, eine DSL-Flatrate ist für so ein Programm ratsam und unerlässlich. Eine Stunde Aufnahme einer 128 kbps-Sendung (z.B. EinsLive) erzeugt dabei eine ca. 50 MB große MP3-Datei auf dem Rechner.

Das Programm “ClipInc.vier!” kann hier direkt herunter geladen werden.
Meiner Meinung nach lohnt es sich.
Vielleicht liest sich deswegen mein Post jetzt wie kritiklose Werbung pur, obwohl ich es nicht so meine und trotzdem fast eindeutig anders handle …
Aber “ClipInc.vier!” finde ich schon ein recht imposantes Stück freeware-Software.

Augen auf vor der Augenklinik

Gespeichert unter: Bildgeschichten — Careca @ 14:07

Der Einäugige ist unter Blinden König.
Augenpruefer

Sonntag, 16 Dezember, 2007

Konstruktive CO2-Reduzierung …

Gespeichert unter: Notizen an das Leben — Careca @ 15:50

Familie

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